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Ahlberg Cameras

Ahlberg Cameras stellt Ausrüstungen für radioaktiv belastete Umgebungen in Kernkraftwerken her. Leider muss das Unternehmen aufgrund der unterschiedlichen Standards für Elektrosicherheit in den USA und der EU viel Zeit und Geld investieren, um die Produkte für die verschiedenen Märkte zu zertifizieren. Eine Einigung auf gemeinsame Standards im Rahmen eines Freihandelsabkommen könnte hier von großem Nutzen sein. 

Ahlberg Cameras wurde von Ulf Ahlberg gegründet. Er hatte zuvor als Inspekteur von Kernkraftwerken gearbeitet und einen Bedarf für die Verbesserung der dort angewendeten Kameraausrüstungen erkannt. Seit Ulf Ahlberg vor ein paar Jahren in Rente gegangen ist, leitet sein Sohn Joakim das Unternehmen. Zu den Produkten, die in der Fabrik im schwedischen Norrtälje, wo sich auch der Hauptsitz befindet, hergestellt werden, gehören: Unterwasserkameras für die Inspektion von Kernkraftwerken; Überwachungskameras in der Luft zur Prozessüberwachung in Kernkraftwerken; Beleuchtungsausrüstungen für die Ausleuchtung von Unterwasserumgebungen in der Kernkraftindustrie sowie hochentwickelte Software für die Bildverbesserung. Daneben werden auf Wunsch der Kunden maßgeschneiderte Produkte von Grund auf entwickelt und produziert, in manchen Fällen auch als Einzelexemplare.

 

Neben dem Hauptsitz unterhält Ahlbergs eine Niederlassung im westschwedischen Varberg für die Produktentwicklung sowie ein Vertriebs- und Servicebüro in den USA. Inzwischen werden die Produkte des Unternehmens an gut ein Drittel der 400 Kernkraftwerke in der Welt geliefert. Neben den USA, dem mit Abstand größten Absatzmarkt, hat Ahlberg Cameras große Kunden in Südkorea und Japan. Die USA sind auch das Land mit den meisten Reaktoren und birgt laut Joakim Ahlberg noch großes Potenzial für einen gesteigerten Absatz.

 

„Die USA sind für uns der größte Markt, kein Zweifel. Wir verkaufen heute Produkte an erst gut die Hälfte der Reaktoren dort, damit besteht noch großes Potenzial.“

 

Der amerikanische Markt steht für ungefähr die Hälfte des Gesamtumsatzes von Ahlberg Cameras in Höhe von 5-7 Millionen Euro jährlich.

 

Die Kameras werden unter anderem bei den jährlichen Kontrollen der Reaktoren eingesetzt, die zur Brennstoffauffüllung und für die Inspektion von Schweißfugen und Ähnlichem abgeschaltet werden müssen. Mithilfe der Kameras von Ahlberg können eventuelle Schäden an den Schweißfugen entdeckt und gegebenenfalls repariert werden. Es kommt vor, dass die vorhandenen Kameras nicht ausreichen – dann müssen in kürzester Zeit weitere Kameras vor Ort sein, denn ein abgeschalteter Reaktor kostet ca. 1 Million USD pro Tag.

 

„Damit verliert der Kunde jede Stunde 50.000 USD. Schnelle Lieferung ist somit extrem wichtig. Die Kunden müssen die Ausrüstung so schnell es irgend geht zur Verfügung haben, und wenn wir sie nicht auf Lager haben, gehen sie zur Konkurrenz“, erklärt Joakim Ahlberg.

 

 

Um auf solch einen Fall vorbereitet zu sein, hat Ahlbergs ein Vertriebs- und Servicebüro in Wilmington, North Carolina, gegründet. Hier sieht Joakim Ahlberg einen der Vorteile, der mit einem Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA zustande käme.

 

„Heute sind die Zollprozeduren in den USA ziemlich umständlich. Meistens schicken wir zur leichteren Zollabfertigung die Waren an unser Büro und von dort aus an den Endkunden, denn so haben wir eine bessere Kontrolle über den Prozess und können die Produkte binnen zwei Tage durch den Zoll bekommen. Wenn wir aber stattdessen die Waren direkt an den Endkunden schicken, kann es eine Woche oder länger dauern. Und unsere Kunden haben es meistens eilig. Würden wir dem Kunden sagen, wir hätten die Produkte in Schweden auf Lager und könnten sie innerhalb von drei Tagen liefern, und dann bleiben die Produkte im Zoll stecken und es dauert eine Woche, dann sind die Kunden verständlicherweise sehr verärgert. Es ist sogar vorgekommen, dass sie Ausrüstungen, die im Zoll hängen geblieben sind, abbestellt haben.

 

Würden die Zölle mit einem Freihandelsabkommen ganz verschwinden, dürfte es auch leichter werden, die Produkte durch den Zoll zu bekommen“, meint Joakim Ahlberg. „In dem Fall müssen sie ja nur kontrollieren, dass keine illegalen Produkte versendet werden.“

 

Eine andere Frage betrifft die verschiedenen Standards und Normen auf den beiden Märkten. In den USA wird der UL-Standard für Elektrosicherheit angewendet, der dem CE-Standard in beispielsweise Europa entspricht. Und da verschiedene Standards angewendet werden, müssen die Produkte ein zweites Mal zertifiziert werden, wenn sie auf dem amerikanischen Markt verkaufet werden sollen.

 

„Wenn wir ein Produkt entwickeln und es an eine staatliche Einheit in den USA verkaufen wollen, die den UL-Standard fordert, müssen wir es von einem UL-Zertifizierer anerkennen lassen. Es gibt auch schwedische Unternehmen, die das machen, aber es kostet viel Geld und kann Monate dauern. Eine UL-Zertifizierung ist also ein umfassender Prozess, für den Kontrolleure hierher kommen, um unsere Fabrik zu inspizieren. Und wenn die Anforderungen nicht richtig erfüllt werden, da sie sich von denen für die CE-Kennzeichnung unterscheiden, muss die Inspektion wiederholt werden. Und das jedes Jahr wieder.“

 

„Die CE-Zertifizierung ist leichter“, meint Joakim Ahlberg. „Die Prozedur ist einfacher und die Zertifizierung gilt in aller Welt, die UL-Norm ausschließlich nur in Nordamerika. Außerdem ist der CE-Standard flexibler, sodass man ein Produkt entwickeln kann, dass sowohl UL- als auch CE-zugelassen ist. Hier würde ein Freihandelsabkommen, bei dem sich die Regionen auf einen gemeinsamen Standard einigen, großen Nutzen bringen.“

 

„Das große Problem ist, dass es viel Zeit und Kraft braucht, um sowohl die UL- als auch die CE-Zertifizierung durchzuführen – ein zeitraubender und kostspieliger Prozess. Darunter leiden alle Unternehmen, die in die USA exportieren. Und wenn die nächste Version eines Produkts kommt, beginnt alles wieder von vorn, was sich negativ auf die Produktentwicklung auswirkt. Sollen wir wirklich diese Version zertifizieren lassen oder auf die nächste warten, die ja bald kommt: manche Unternehmen kalkulieren so. Und das kann dazu führen, dass die Produkte auf manchen Märkten später eingeführt werden und damit nicht ausreichend wettbewerbsfähig ist.“

 

Im Großen und Ganzen ist Joakim Ahlberg davon überzeugt, dass weniger Handelshemmnisse zwischen den USA und der EU durch das Freihandelsabkommen TTIP zu höherem Absatz führen werden, da die USA der größte Markt für Ahlbergs ist. Höherer Absatz führt wiederum dazu, dass neue Arbeitsplätze geschaffen werden können, denn das Freihandelsabkommen würde es für amerikanische Firmen natürlicher machen, Produkte aus Europa zu kaufen.

 

„Heute scheuen sie sich etwas vor dem Handel mit ausländischen Unternehmen. Ich glaube, dass man USA und die EU einander näherbringen könnte. Das Freihandelsabkommen TTIP wäre ein Signal dafür, dass wir gute Handelspartner sind.“

 

Sicherlich hieße dies auch, dass es für Ahlbergs amerikanische Mitbewerber leichter werden würde, ihre Produkte auf dem europäischen Markt zu verkaufen. Darin sieht Joakim Ahlberg jedoch kein Problem.

 

„Ich bin für den freien Wettbewerb. Da gewinnt derjenige mit dem besten Produkt. Nicht der, der die „besten“ Handelshemmnisse hat.“

 

 

 

Tags KMU

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