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Svalson: Freihandelsabkommen wichtig für kleinere Unternehmen im ländlichen Raum

Svalson, Hersteller von Schiebetüren in der kleinen Ortschaft Öjebyn nahe der nordschwedischen Stadt Piteå, leidet unter Zöllen, Zollbürokratie und unterschiedlichen Zertifizierungen bei der Ausfuhr von Produkten in die USA. Mit einem Freihandelsabkommen (TTIP) zwischen der EU und den USA könnte das Unternehmen nach Urteil der Geschäftsführerin Maud Spencer seine Exporte beträchtlich steigern. 

Svalson wurde vor 35 Jahren gegründet und stellt seither elektrische Schiebefenster und Abschirmungen für unterschiedlichste Zwecke her. Die Produkte werden unter anderem in Empfangsbereichen, in Apotheken, in Polizeidienststellen und für den Fahrkartenverkauf in der U-Bahn eingesetzt. Die rund 40 Angestellten in Öjebyn produzieren jährlich rund 5000 Schiebefenster. 

 

Der Jahresumsatz beläuft sich auf ca. 5 Millionen Euro, die Hälfte der Produktion geht in den Export. Die EU ist der größte Absatzmarkt, jedoch führt Svalson seine Produkte auch in Länder wie Japan und Australien aus. Auch die USA gehören zu den Exportländern, das aber wegen der Ausfuhrprozeduren laut Geschäftsführerin Maud Spencer das komplizierteste Land ist.

 

„Alle unsere Produkte können weltweit auf dieselbe Art und Weise verkauft werden, außer gerade in die USA und nach Kanada. Dort wird unter anderem eine Spezialversicherung gefordert, die in den anderen Ländern nicht notwendig ist.“

 

Um die Schiebefenster in die USA ausführen zu können, hat Svalson nun die Spezialversicherung abgeschlossen. Ein großer Teil des Exports geht dennoch über Kanada, um auf diese Weise die Zollgebühren zu umgehen, die sonst bei acht Prozent liegen würden. Schickt man die Produkte stattdessen zunächst nach Kanada, fallen keine Zölle an, und von dort aus geht es zollfrei weiter in die USA.

 

„In Kanada hat man erkannt, dass man so arbeiten kann. Sie importieren ziemlich viel aus Europa und schicken es weiter in die USA und umgehen damit die Zölle. Allerdings verlängern sich hierdurch auch die Lieferzeiten, die Kosten sind höher, und umweltfreundlich ist es auch nicht. Nur bürokratisch ist es leichter, so zu verfahren.“

 

Maud Spencer erlebt bei den amerikanischen Einfuhren nicht die Zollgebühren als größtes Hindernis, sondern vor allem die Bürokratie.

 

„Wir sind ein kleiner Betrieb und verkaufen an andere kleine Firmen. Kleine Unternehmen in Europa sind es gewohnt, sich mit Import und Export zu beschäftigen, Unternehmen in den USA dagegen nicht. Zölle stellen ein großes bürokratisches Hemmnis für sie dar, und ich glaube, dies ist ein größeres Problem für sie als die Zollgebühren. Aus diesem Grund exportieren wir auch nach Kanada, von wo aus sie die Produkte dann importieren können, denn das kennen sie.“

 

Neben den Zöllen stellen für Svalson auch die nichttarifären Hemmnisse ein Problem dar, wenn sie ihre Produkte in die USA ausführen wollen. Unter anderem werden Schiebefenster aus Aluminium mit einer Feuerwiderstandsklasse hergestellt, die in Brandschutzwände und ähnliches eingebaut werden können. Dies ist ein weltweit einmaliges Spezialprodukt, dessen Entwicklung allein schon sehr teuer ist, dazu kommen schätzungsweise 15.000 Euro, um die Schiebetüren zu testen und zu zertifizieren.

 

„Die Schiebetüren sollen 30 bzw. 60 Minuten einem Feuer widerstehen können, ohne dass Hitze auf die andere Seite gelangt. Nach dem Test ist solch ein Schiebefenster unbrauchbar. Aber wir haben eine Zertifizierung, die in der EU und im Rest der Welt anerkannt wird. Nur nicht in den USA. Um sie dort verkaufen zu können, müssten wir sie noch einmal testen und zertifizieren lassen, d. h. es würden weitere Kosten anfallen. Dazu kommen Reisekosten, und es müssen Inspekteure in unseren Betrieb kommen, um zu prüfen, ob wir ihren Anforderungen genügen.“

 

Um in den USA für die Schiebetür eine Feuerwiderstandsklasse zu erhalten, müssten nach Schätzungen Maud Spencers weitere 30.000 bis 50.000 Euro investiert werden. Obwohl sie einem Standard entspricht, der in der EU und dem Rest der Welt Gültigkeit hat.

 

„Das ist viel Geld für einen kleinen Betrieb wie Svalson, das werden wir also nicht tun. Die Folge ist, dass es dieses Produkt in den USA nicht geben wird. Es ist ja nicht so, dass wir dort jemandem Konkurrenz bieten würden, dazu handelt es sich um ein zu großes Nischenprodukt. Es wird dort ganz einfach nicht erhältlich sein.“

 

Das heißt natürlich auch, dass es gute Möglichkeiten für Svalson gäbe, die Schiebetür in den USA zu verkaufen, wenn nicht eine solch kostspielige Zertifizierung nötig wäre.

 

„Und das ist nur ein Beispiel. Wir haben andere Produkte, die schusssicher und dafür auch eine Sicherheitsklasse haben, aber die Klassifizierung, die in aller Welt gültig ist, gilt nicht in den USA.“

 

Für alle Produkte, die eine Feuerwiderstandsklasse haben, schusssicher sind oder auf andere Weise mit Schutz und Sicherheit in Verbindung stehen, sind Zertifizierungen und teure Tests notwendig. Darüber hinaus gibt es jährliche Inspektionen in den Betrieben, um sicherzustellen, dass die Fabriken den Anforderungen bei der Herstellung genügen.

 

„Dafür müssen sie aus den USA kommen und die Inspektion durchführen, das sind hohe Kosten. Aber wir haben auch Produkte ohne Sicherheitsklassifizierung, und das sind die, die wir nach Kanada ausführen.“  

 

Svalson würde mit anderen Worten viel von einem Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU profitieren. Die Ausfuhren des Unternehmens könnten nach Meinung Maud Spencers beträchtlich steigen.

 

„Wir könnten bestimmt genauso viele zertifizierte Produkte in den USA verkaufen wie in der EU und unseren Umsatz um jährlich eine halbe bis eine Million Euro steigern.

 

In dem Fall könnte man in Öjebyn mehr Leute anstellen, für unseren kleinen Ort würde das viel bedeuten”, so Maud Spencer, die der Meinung ist, dass das Freihandelsabkommen besonders wichtig für kleine und mittelständische Unternehmen in ländlichen Gebieten wäre.

 

„Weil wir in einem kleinen Ort angesiedelt sind, hat unser Betrieb von Anfang an einen Umgang mit E-Mail und Telefon, der natürlicherweise auf den Export unserer Waren abzielt. Kleine Firmen in Ballungsgebieten können sich da mehr auf Kunden in ihrer Nähe verlassen.“

 

„Große Unternehmen können jemand anders damit beauftragen, sich um den Papierkram zu kümmern, die durch die Handelshemmnisse verursacht werden, und kleine Betriebe in einer Großstadt können sich vielleicht zusammenschließen und gegenseitig helfen. Die wirklich großen Gewinner eines Freihandelsabkommens befinden sich im ländlichen Raum“, schließt Maud Spencer ab.

Tags KMU

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