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TTIP und der klassische Zoll

Tags: TTIP Zollschranken Güter KMU Mittelstand Wettbewerbsfähigkeit Nutzen ökonomisches Potential

Die Bedeutung von Zöllen als klassischer Grundbaustein moderner Handelspolitik sollte bei der Bewertung der ökonomischen Potenziale des transatlantischen Freihandelsabkommens TTIP nicht vernachlässigt werden. Richtig ist, dass die Zollschranken zwischen beiden Seiten des Atlantiks bereits jetzt auf einem verhältnismäßig niedrigen Niveau liegen. Durchschnittlich werden auf US-amerikanischer Seite lediglich 3% Zoll auf europäische Güter erhoben, während die Europäische Union mit 5% gegenüber amerikanischen Produkten geringfügig höher rangiert. Jedoch: selbst kleine Zollreduktionen würden bei der schieren Größe des euro-atlantischen Handels beachtliche Effekte erzielen.

Immerhin umfasst das transatlantische Handelsvolumen Waren und Güter im Wert von 2 Milliarden Euro — täglich. Eine Partnerschaft, die knapp die Hälfte des weltweiten Bruttoinlandsproduktes und ein Drittel des globalen Handelsvolumens auf sich vereint, spürt auch die kleinste Koordinatenverschiebung im Zollregime.

Einige plastische Beispiele für euro-atlantische Zollschranken:

  • Deutschland profitiert nicht nur überproportional vom transatlantischen Handel, sondern sieht sich auch überproportional noch existierenden Zollschranken ausgesetzt. Für europäische Automobile, von denen Made in Germany den Löwenteil bildet, wird an der US-Grenze ein Zoll in Höhe von 2.5% fällig. Das Einsparpotenzial bei Wegfall dieses Zolls liegt laut Europäischer Kommission bei 650 Millionen Euro

  • Auf europäische Lastwagen wird mit 25% ein besonders hoher US-Zoll angesetzt. Wiederum ist die deutsche Automobilbranche als ein wesentlicher Bestandteil des industriellen Rückrates der Bundesrepublik besonders betroffen. Getränke (15%), Zucker (16%) und Milchprodukte (19%) gehören ebenfalls in die Gruppe der Spitzenwert

  • Die EU erhebt auf US-amerikanische Industrieprodukte einen durchschnittlichen Zollsatz von 3,48%. Die Vereinigten Staaten erhoffen sich durch einen Zollabbau eine Verbesserung der Exportmöglichkeiten etwa für Präzisionsinstrumente und Kunststoffprodukte

  • Die EU erhebt auf US-amerikanische Agrarprodukte einen durchschnittlichen Zollsatz von 4,87%

Doch wer würde von einer umfassenden Zollreduktion profitieren? Der Abbau von nicht-tarifären Handelshemmnissen, sprich die gegenseitige Anerkennung von Zulassungs- und Zertifizierungsverfahren, zielt in erster Linie auf den grundlegenden Marktzugang ab. Während multinationale Unternehmen beide Seiten des Atlantiks als Absatzmärkte überwiegend erschlossen haben, hindern Bürokratie und Redundanz von Regularien insbesondere klein- und mittelständische Unternehmen daran, in Europa und Amerika wirtschaftlich tätig zu werden. Von der Beseitigung klassischer Zollschranken, sprich tarifärer Handelshemmnisse, würden hingegen insbesondere jene Unternehmen profitieren, die bereits jetzt im transatlantischen Handel engagiert sind. Sowohl tarifäre, als auch nicht-tarifäre Handelshemmnisse erreichen den Verbraucher direkt durch steigende Preise.

Ob sich amerikanische Verbraucher durch TTIP nun tatsächlich eines 16% niedrigeren Preises für europäischen Zucker erfreuen können, sei dahingestellt. In jedem Fall würden beachtliche finanzielle Kapazitäten frei, die etwa für Investitionen in Forschung und Entwicklung, Lohnsteigerungen oder auch Preissenkungen aufgewendet werden können. Die Wettbewerbsfähigkeit beider Seiten des Atlantiks würde damit gestärkt.

Die 11. TTIP-Verhandlungsrunde lieferte konkrete Fortschritte zur Verwirklichung einer weitgehenden Eliminierung von Zollbarrieren im transatlantischen Handelsverkehr. US-Chefverhändler Dan Mullaney und EU-Chefverhändler Ignacio Garcia Bercero erklärten, dass die gegenseitig ausgetauschten Vorschläge 97% aller existierenden Zollschranken abdecken. Zwar blieb unklar, welche Bereiche dies konkret umfasst, doch lässt dieser hohe Ausgangswert auf ein ambitioniertes Gesamtergebnis hoffen.

 

Die Beiträge unserer Gastblogger bringen jeweils die Meinung der Autoren zum Ausdruck und spiegeln nicht unbedingt die Meinung oder Position der Alliance for Responsible Commerce und arc.trade/de wider.

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